Keine Spanner, bitte!

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Da standen wir, im Mai vergangenen Jahres, und hatten keine irischen Tänzer. Nicht einmal einen. Wir hatten gerade die ersten Aufnahmen für „Wonderful X-mas Time“ fertig, weitere sollten im Oktober folgen. Und hatten noch ein komplett neues Lied begonnen. Der Titel wird noch nicht verraten, denn das wird das Titelstück unseres kommenden Mini-Albums.

Jedenfalls: Eigentlich lief es gut. Matthias hatte eine Melodie angeschleppt, und überhaupt die Idee, irischen Folkrock zu spielen. Über Nacht hatten wir einen Text erarbeitet, Helmut hatte über Stunden ein total ohrwurmiges Gitarrenriff entwickelt, das passgenau nach irischer Folklore und Rock klingt. Später fiel uns sogar ein Refrain ein, in dem alles drinsteckt. Und dann hatten wir da noch diese Idee: „Cool wäre es, wenn jetzt jemand irisch dazu tanzt. So wie bei Michael Flatley.“ Kennt man ja, diese typisch irische Kombination aus Steppen und Holzschuhtanz (mein Gott, hoffentlich liest diese Beschreibung niemand, der sich damit auskennt).

Hübsche Idee, aber wie sollte man das umsetzen? Von uns kann niemand so tanzen, nicht mal Johannes, der immerhin zwei Semester in Irland studiert hat. Eigentlich ging es ja nur um den Rhythmus, wie wir dabei aussehen, ist wurscht. Doch auch dieser Gedanke half nicht weiter. Um den Rhythmus einfach nur mit Schuhen auf den Boden zu kloppen, waren die Schuhe zu schwer. Am Ende nahmen wir stundenlang auf, wie Matthias mit seinen Schuhspannern das Parkett verdrischt – siehe Foto. Rhythmisch, aber ja. Nur klang das nicht ansatzweise wie ein irischer Tänzer. Eher wie … zwei Schuhspanner. Da half auch keine Soundtrickserei.

Fast hätten wir die schöne Idee wieder begraben. Inzwischen aber haben wir eine Lösung gefunden. Ein total unerwartetes Soloinstrument, die Aufnahme ist schon im Kasten. Und tatsächlich tanzt da auch jemand. Mehr können wir noch nicht verraten, solange das Stück nicht fertig ist. Dauert aber nicht mehr lange, wir freuen uns schon. Vor allem, weil wir auf das Schuhspanner-Solo verzichten können.

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