Warum Facebook nicht zu trauen ist, selbst wenn man denen Geld gibt

ReverseF.pngWir haben hier damit begonnen, unsere persönlichen Facebook-Fails aufzuschreiben, in loser Folge und total unrepräsentativ. Letztes Mal ging es darum, dass wir dem unsympathischen Kackbratzenladen unsere Musikvideos nicht mehr anvertrauen wollen – weil nämlich die Qualität unterirdisch ist. Das ist umso bemerkenswerter, weil es uns dann immer noch lieber ist, zu einem der anderen einschlägigen Kackbratzenläden zu gehen, namentlich zu YouTube.

Natürlich haben wir diesen Fail – da sind wir konsequent schizophren – auch auf unserem Facebook-Profil gepostet. Und es kam, wie erwartet: Der Post hat auf wundersame nur halb so viele Nutzer erreicht wie unsere sonstigen Beiträge. Ist natürlich nur ein dummer Zufall.

Eigentlich sollte man ja annehmen, dass der Kackbratzenladen zumindest allen, die unserem Account folgen, alle Neuigkeiten in die Timeline stellt. Aber das ist offenbar nicht immer der Fall.

So ein Verhalten ist nicht nur ausgesprochen kackbratzig, es sorgt auch nicht eben für eine gesunde Vertrauensbasis zwischen Anbieter und Kunden. Ja, Kunden. Schließlich sieht Facebook alle Bands als potenzielle Kundschaft, die bei ihnen Geld für Werbung bezahlen könnte. Ist ja prinzipiell richtig: Wir sind dort, um Reichweite zu bekommen, um möglichst vielen Menschen mitzuteilen, wenn es bei uns neue Musik gibt.

Dass dabei aber völlig intransparent bleibt, welche unserer Posts wie viele und welche Leser erreichen – suboptimal. Unser Eindruck ist: Facebook geht recht eigenwillig mit solchen Infos um. Ist ja auch mit Videos so: 2014 wuchs plötzlich die Zahl der Videos, die Facebook-Nutzer* „anschauen“, sprunghaft an. Was war passiert? Facebook hatte seine Technik umgestellt: Wurde ein Video vorher erst dann angezeigt, wenn man auf den Play-Button klickte, starteten die Videos nun automatisch, auch wenn man nur vorbeiscrollt. Der Kundschaft wurde erzählt: Seht her, so erfolgreich sind unsere Videos. Wie viel die Vorbeiscrollenden von dem Film wirklich mitbekommen, weiß kein Mensch verlässlich. (Die Kriterien, unter welchen Bedingungen ein angelaufenes Video tatsächlich als „gesehen“ gezählt wird, unterscheiden sich sogar innerhalb des Facebook-Reichs.)

Zugegeben, unsere Erfahrung ist dafür nur ein kleines Beispiel. Aber irgendwie erkennen wir hier ein Muster. Wem Facebook was zeigt, das entscheidet Facebook, klar. Aber die Richtschnur dafür ist weder das Interesse der Nutzer noch das der Werbekunden. Entscheidend ist immer nur, was Facebook nutzt.


* Ist ja irgendwie auch lustig, dass immer von Facebook-Nutzern die Rede ist. Wir lesende, videoschauende, katzenbildguckende und chattende „Nutzer“ sind ja eigentlich nur die Ware, die Facebook an Werbetreibende verkauft.

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Warum Facebook (sonst noch) Mist ist

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Es wird derzeit viel Schlimmes über Facebook geschrieben. Dass das soziale Netzwerk Verschwörungstheorien und Falschnachrichten verbreite. Dass es Hass verstärke. Dass es so den Diskurs vergifte. Dass es unsere Wahlen gefährde. Und damit unsere Demokratie. Weil es Wut mit ungerechtfertigter Aufmerksamkeit belohne. Was nur denen nützt, die von hirnloser Wut leben, also Rassisten und Populisten.

All das ist wahr.

Aber Facebook hat ja auch gute Seiten, könnte man meinen. Zum Beispiel, dass man Kontakt zu Leuten hält, die man sonst leicht aus den Augen verlöre. (Wobei nicht sicher ist, ob das manchmal nicht besser wäre.) Oder dass es auch kleinen Krautern wie uns, die kein siebenstelliges Marketingbudget haben, die Möglichkeit gibt, mit unserem Krempel viele Menschen zu erreichen.

Aber das stimmt nur sehr eingeschränkt. Warum, das wollen wir Euch in loser Folge hier schildern. Heute: die Videos.

Wie Ihr ja wisst, machen wir zu dem einen anderen unserer Songs auch Musikvideos. Aber wer unsere Aktivitäten aufmerksam verfolgt, sieht auch: Nur die Hälfte davon findet sich auch auf Facebook. Seit mehr als zwei Jahren haben wir dort kein Video mehr hochgeladen. Oben seht ihr die vollständige Videoübersicht zu unserem Facebook-Profil.

Und das, obwohl Facebook zum Beispiel eigene Videos bevorzugt: Wer einen Film auf YouTube hochlädt und dann bei Facebook präsentiert, der erreicht auf der Plattform weniger Zuschauer, als wenn er denselben Film direkt bei Facebook hochlädt. (Zum Glück werden YouTube-Videos auch auf anderen Wegen gefunden.)

Das große Problem mit Facebook-Videos ist die Wiedergabequalität. Ihr könnt das leicht vergleichen, wenn Ihr von „Rebell“ und „Wonderful X-mas Time“ unsere Videos auf YouTube und Facebook hintereinander anschaut – dabei ist es der selbe Film, den wir dort hochgeladen haben (ja, der selbe, nicht der gleiche!).

Der Sound ist grauenvoll bei Facebook – und das ist katastrophal für Musikvideos. Vor allem die Höhen klingen – pardon our French – einfach beschissen, weil sie durch Kompressionsartefakte verzerrt werden. Offensichtlich werden die Dateien auf den Facebook-Servern stärker komprimiert.

Uns ist aufgefallen, dass das nicht bei allen Filmen auf der Plattform so ist. Warum, wissen wir nicht. Unsere Theorie ist, dass große Accounts, die sehr viele Zuschauer haben, bevorzugt behandelt werden. Jedenfalls haben wir alles mögliche versucht, um den Effekt abzustellen: Alle Upload-Einstellungen durchgetestet, mit unterschiedlicher Upload-Software gearbeitet, die Filme in unterschiedlichen Formaten hochgeladen, erfahrene Social-Media-Leute gefragt. Es half alles nichts.

Deswegen zeigen wir unsere Videos nicht mehr bei Facebook, sondern bei YouTube. (Leider ein Laden, der auch die Demokratie gefährdet, eigentlich aus den gleichen Gründen. Aber wenigstens die Videoqualität passt.)

Und was, wenn wir doch etwas übersehen haben? Was, wenn der Fehler bei uns liegt und es eine einfache Lösung für das Problem gibt?

Selbstverständlich ist das möglich. Aber wir halten es nicht für sehr wahrscheinlich. Wir sind für sachdienliche Hinweise dankbar, und wenn es tatsächlich einen Weg zur guten Videowiedergabe bei Facebook gibt, werden wir ihn gehen und Euch hier darüber informieren: Lieber so einen Irrtum einräumen als sich die Möglichkeit nehmen, noch mehr Zuschauer zu erreichen.

Dann stimmt aber immer noch all der andere Mist, den man völlig zu Recht an Facebook beklagt (und zugegeben: eine kaputte Demokratie ist deutlich ärgerlicher als ein paar kaputte Musikvideos). Und dann stimmt immer noch, was wir Euch hier demnächst an schlechten Facebook-Erfahrungen berichten werden. Stay tuned, wenn es heißt: Warum Facebook-Werbung für uns rausgeschmissenes Geld ist.

Bald live: Soul mit einem großen S

Capital S.pngDoch, doch, manchmal kann man unseren genialen Schlagzeug-Imitator Matthias noch live hören, wie er… Schlagzeug imitiert. Ihr wisst ja alle: Das macht er wie kein Zweiter, er braucht dazu eigentlich nicht mal ein Mikrofon.

Kommendes Wochenende ist es wieder so weit: Da trommelt und beatet und zischt und ploppt er wieder gemeinsam mit dem Hamburger Jazzchor „Rhythm & Voice Connection“. Der Chor an sich ist schon den Konzertbesuch wert. Fürs große Ensemble arrangiert, kann man da Hits von Roger Cicero, Bruno Mars, Van Morrisson, The Police oder Mark Forster hören. Mal a cappella, mal mit Band, mal mit Solo-Sängern. Und mal mit Matthias.

Das Motto in diesem Jahr: „Soul with a Capital S“. Und ja, die „Rhythm & Voice Connection“ traut sich tatsächlich an diesen Funk-Hammer der Band Tower of Power ran.

Seid dabei, noch gibt es Karten, und zwar hinter diesem Link. Die Musikparty steigt:
kommenden Samstag, 4. Mai 2019 um 19:30
in der Stadtteilschule Eppendorf.

Wir sehen uns!

Es geht los.

screenshot_1303Now that’s what we call a wall of sound: Ein letzter Blick auf den Datensatz für unsere kommende Single. Yep, das wird recht massiv.

Und dann ab dafür, ans Label, von dort an den Vertrieb, von dort in alle Download- und Streaming-Stores. Und von dort in Eure Herzen. Oder sonstwo hin. Hauptsache, Euch gefällt das Stück mindestens ebenso gut wie uns.

Wir freuen uns riesig. Schon, weil alles danach aussieht, dass wir die Single wirklich wie versprochen in der ersten Jahreshälfte bei Euch haben. Und natürlich, weil sie der Vorbote für mehr ist: unser erstes volles Album.

Wir haben die passenden Shirts zum Brexit

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Wie es denn sein könne, dass Theresa May abermals eine Abstimmung im Unterhaus ansetzt, von der jeder weiß, dass sie sie verlieren würde – das fragte der BBC-Journalist Nicholas Watt einen Cabinet Minister, also ein hochrangiges Mitglied von Mays Regierung. Dessen Antwort: “Fuck knows, I’m past caring, it’s like the living dead in here.”

Was für ein elaboriert formuliertes Lebensmotto! Die Kurzversion: Sch… drauf.

Das hat uns so gut gefallen, dass wir daraus gleich ein paar hübsche T-Shirts gebastelt haben. Die gibt’s ab sofort in unserem Kaktus-Shirt-Shop. Klickt da mal rein. Keep calm and go shopping!

Und hier das Video mit dem Originalzitat.

Wie soll es nur weitergehen?

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Ob Westminster mit seiner abgedrehten Brexit-Sitcom oder „Game of Thrones“ mit seiner heiß ersehnten letzten Staffel – oder noch abgefahrener: Washington mit seinem grenzdebilen Präsidentendarsteller. Überall die gleich Frage, nämlich: Wie soll es nur weitergehen?

Das kann man sich bei einer Band wie uns selbstverständlich auch immer fragen, schließlich bereiten wir ständig etwas neues vor, was die Welt verändern könnte (und dann kommt doch immer nur Musik dabei raus). Meist antworten wir auf diese Frage mit geradezu paranoider Geheimhaltung wie bei Apple. Oder mit einem entschiedenen: Öhm.

Diesmal wollen wir aber wirklich verraten, was als nächstes kommt. Mais oui, naturlement, es gibt tatsächlich eine Art Jahresplan für 2019. Und der sieht für die zweite Jahreshälfte etwas vor, was wir bisher immer ausgeschlossen haben. [An dieser Stelle müsste jetzt eigentlich ein Werbeblock kommen, um die Spannung zu verstärken.]

Wir wollen nämlich unser erstes richtiges Album veröffentlichen. Ja. Doch.

Stimmt schon, bisher haben wir immer gesagt: Schwierig, lieber kein Album planen, da verzettelt man sich; Mini-Alben, EPs und Singles sind doch auch schön, vor allem schneller fertig. Aber die Songs, an denen wir derzeit basteln, klingen einfach zusammen noch viel schöner als allein.

Eine Staffel „Game of Thrones“ ist ja auch besser als nur eine Folge. Drei Brexit-Abstimmungen sind ja auch lustiger als nur eine. Eine ganze Mafia als US-Regierung ist ja auch fieser als nur ein Pate als Präsident. Ihr versteht das Prinzip.

Und die Single, die wir jetzt hiermit schon zum drölfzigsten Mal ankündigen, die ist eine Auskopplung aus diesem künftigen Album. Sie soll in der ersten Jahreshälfte den Anfang machen.

Termine verraten wir aber natürlich nicht. Das würde schließlich voraussetzen, dass wir sie selbst kennen. Bei Projekten wie diesen kann immer was dazwischenkommen. Eher machen wir eine zuverlässige Wettervorhersage für das restliche Jahr.

Bleibt die Frage: Was zeigt das Foto da oben? Das ist der „Himmelskletterer“ von Angerer dem Jüngeren, eine Plastik, die man am Ruhpoldinger Rauschberg sehen kann. Aber das nur am Rand dieses Textes.

Bier, Bützjes, Beats

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Tätäh! Der Karneval in Deutschland steuert auf seinen unvermeidlichen Höhepunkt zu, da wird fürs ganze Jahr gelacht, siehe auch das Baumarkt-Plakat oben. Und weil traditionell bei lecker Bier und lecker Bützjes die Beats oft nicht so lecker sind, haben wir schon vor einigen Jahren – da hießen wir noch „Comedian Rhythmists“ – einen astreinen Karnevals-Hiphop gemacht: „Hip Hop Helau“. Legendär, live und ganz ohne Instrumente. Dafür aber mit Matthias‘ einzigartiger Schlagzeugimitation. (Mehr zu dieser Geschichte hier.)

Damit das Stück demnächst doch endlich mal in einer der großen Prunksitzungen gespielt wird, bieten wir es auch dieses Jahr wieder kostenlos zum Download an. Hier unten bei Soundcloud könnt Ihr das Stück nicht nur streamen, sondern auch auf Euren Rechner laden – einfach nur auf das Symbol mit dem Abwärtspfeil (rechts oben) klicken. Versprochen: Das ist legal.

Also: Prost, helau und viel Spaß damit. Wie sagt man so schön? Tut nichts an den tollen Tagen, was wir nicht auch täten.