Dürfen wir Sie weiter zuscheißen?

Tausendmal gefragt, tausendmal ist nichts passiert: Jeder von uns hat in den vergangenen Tagen E-Mails bekommen, in denen sich Unternehmen mit Verweis auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erkundigen, ob sie weiter Newsletter und so Zeug verschicken dürfen. Gut daran: Wenn wir nichts machen, dann dürfen die das nicht mehr.

Entsprechend schleimig waren die meisten Anfragen formuliert: „Der Schutz Ihrer Daten ist uns wichtig“, plötzlich.

Wir haben gestern, mehr so als Seitengag, eine ehrliche Anfragemail formuliert. Auf vielfachen Wunsch hier der Wortlaut:

Betreff: Ihre Daten sind uns schnurz

Sehr geehrte(r) Herr/Frau XXX,

Datenschutz geht uns am Arsch vorbei. Jahrelang haben wir Ihre Daten an jeden dahergelaufenen Windhund vertickt, der so blöd war, dafür etwas rauszurücken. Aber die EU, das perverse Bürokratiemonster, ist uns nun in die Parade gefahren. Wegen dieser Brüsseler Spacken müssen wir Sie nun im Ernst fragen, ob Sie das alles so wollen und wir Sie auch in Zukunft mit dem grenzdebilen Spam zuscheißen dürften, den Sie schon immer ungelesen gelöscht haben.

Also: Ist das okay? Oder, um verwirrend zu fragen: Dürfen wir nicht Ihre Einwilligung voraussetzen, dass wir keinen Spam mehr an sie schicken? So oder so: Klicken Sie hier.
HIER, VERDAMMT!

Das war’s schon. Und glauben Sie nicht, dass wir Ihre Daten löschen, bloß weil Sie nie nicht Nein gesagt haben.

Datengeschützte Grüße,
Ihre Newsletter-Heinis vom Kaktus Klub.

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DSGVO go!

screenshot_1178Tatsächlich gibt es unter Euch ein paar unfassbar treue Fans, die sich sogar per Mail benachrichtigen lassen, wenn wir hier eine neue Verlautbarung verlautbaren. Eigentlich klar, dass niemand so etwas gegen seinen Willen bestellt. Aber mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sind auch wir verpflichtet, einmal freundlich zu fragen, ob das auch wirklich gewünscht ist.

Seit Tagen bekommt Ihr, bekommen wir Mails in dieser Art. Ganz ehrlich, wir freuen uns  wahnsinnig darüber, wie viele sinnlose Newsletter bei der DSGVO-Aktion bald aus unseren Postfächern verschwinden dürften – einfach, indem wir gar nicht auf die Anfragen reagieren. Aber natürlich wäre es absolut schnafte von Euch, wenn Ihr wenigstens unsere Nachfrage bestätigen würdet. Wir schreiben ja wirklich nicht oft, so ein bis dreimal pro Monat. Und manchmal gibt’s dabei ja sogar was geschenkt.

Weitere Folge der DSGVO-Aktion: Wir werden hier unsere Kommentarfunktion deaktivieren. Der Service wird ja nicht von uns angeboten, sondern von dem Dienstleister unserer Webseite, WordPress. Und was der mit Euren Daten macht, weiß der Geier. Außerdem kommt der ganze Facebook-Quatsch weg. An Mark Zuckerberg: We’re sorry! Hähä.

Das vielleicht Lustigste an der DSGVO-Kiste ist ja, wie schamlos in diesen ganzen Rundmails gelogen wird: „Ihre Daten liegen uns sehr am Herzen.“ Da kommen einem die Tränen. Wir haben mal eine DSGVO-Rückversicherungsmail verfasst, wie sie ehrlich aussähe – sie das Bild oben.

Unsere eigenen Rückversicherungsmails sehen selbstverfreilich ganz anders aus. Ihr wisst ja: Eure Daten liegen uns ja am Herzen.