Warum wir bei Facebook keine Anzeigen mehr schalten

screenshot_1309.pngEinmal noch müssen wir unseren Rochus über Facebook loswerden. Wer es noch nicht hier und hier gelesen hat: Wir finden den Laden nicht so dolle, und zwar nicht (nur) aus den handelsüblichen Gründen, also Zeitverschwender, Falschinformierer, Demokratiegefährder, Alte-Säcke-Medium usw.

In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder mal Anzeigen bei Facebook geschaltet. Nämlich wenn wir neue Musik am Start hatten. Wäre ja schön, wenn das möglichst viele Leute mitkriegen. Jetzt steht wieder eine Veröffentlichung an, in wenigen Tagen erscheint unsere neue Single.

Aber wir werden keine Anzeigen bei Facebook mehr schalten.

Und da können die uns noch so viele Gutscheine wie den oben abgebildeten dazugeben. Das wird nix mehr.

Das klingt jetzt wie eine superkonsequente Sache: Krass, dass sich Kaktus Klub das leisten, oder so. Ist es aber nicht. Wir werden den Unterschied gar nicht merken, unsere Musik werden genau so viele Leute hören wie ohne Facebook-Anzeigen.

Zwar stimmt es wahrscheinlich: Wenn man so eine Anzeige schaltet, dann wird der beworbene Post öfter bei Facebook angezeigt (zumindest behauptet das Facebook, prüfen können wir das ja nicht). Und ab und zu gibt es sogar Likes. Das Problem ist: Die meisten der Likes, die wir so bekommen, sind nicht ehrlich. Und wer uns nicht ehrlich liked, hört auch unsere Musik nicht.

Das können wir leicht erkennen. Da unsere Texte auf Deutsch sind, und da es bei Musiksatire ja auch wirklich auf den Text ankommt, stellen wir die Anzeigen immer so ein, dass Facebook sie eigentlich nur deutschsprachigen Nutzern zeigt. Die Leute sollen ja auch etwas davon haben.

Die Likes, die wir dann bekommen, stammen aber in großer Zahl von Leuten aus dem Nahen Osten und aus Zentralasien. Die wenigsten von denen werden Deutsch verstehen.

Um nicht missverstanden zu werden: Jede/r Mensch darf selbstverständlich unsere Musik hören, wir freuen uns über jede/n Hörer/in, gleich welcher Herkunft. Aber der Auftrag an Facebook war, unsere Musik vor allem Leuten zu zeigen, die auch technisch die Chance haben, alles zu verstehen, was wir da machen. Viele der Likes, die wir so bekommen, sehen aus wie Leute, die fürs Klicken bezahlt werden – warum sollten sie sonst liken, was sie nicht verstehen?

Und die Likes sind nach wenigen Wochen oder Monaten auch wieder weg. Übrig bleiben die, die wir eh schon hatten. Dafür brauchen wir Facebook kein Geld zahlen.

Nun kann man seinen Groll über diese Merkwürdigkeiten auch in Nutzerforen des Netzwerks schreiben, in denen angeblich öfters Facebook-Mitarbeiter vorbeischauen um zu helfen. In diesen Foren haben wir erfahren: Anderen geht es auch so. Und Abhilfe gibt es keine. Schreibt man den Support direkt an, erhält man nur automatisierte Antworten, in denen etwas von „technischen Schwierigkeiten“ fabuliert wird.

Facebook hat ja sein Geld schon.

Also: Facebook-Posts über unsere neue Musik werden wir natürlich weiter machen. Es gibt genug Freunde auf dem Netzwerk, die wir auf diesem Weg erreichen. Nur Geld wird Facebook von uns nicht mehr bekommen.