Wenn die wilden Weihnachtsmänner wandern

Santa Quadriga tutti

Alle Jahre wieder: Die Punschbuden in den Innenstädten locken mit schnäpsernem Odor, die Kürbisse in den Geschäften werden von breitbeinigen Nikoläusen kalt verdrängt. Und spätestens, wenn H&M mit Frauen in Unterwäsche wirbt, dann ist Advent.

Für Naturfreunde eine besondere Zeit: Wer echte Weihnachtsmänner in freier Wildbahn beobachten will, hat gegenwärtig besonders gute Chancen. Die possierlichen roten Gesellen, die unterjährig eher scheu und zurückgezogen leben, machen sich auf die Pirsch und trauen sich aus dem Unterholz.

Dabei zieht es sie in den vergangenen Jahren immer häufiger sogar in menschliche Innenstädte und Wohngebiete. Während sie sich früher nur hin und wieder an den Schornsteinen der Wohnhäuser aufwärmten, wagen sich viele heute gezielt in beheizte Wohnzimmer vor, wo sie unter manch haarsträubendem Vorwand längere Zeitabschnitte verbringen. Dabei bringen sie vor allem die jüngeren Einwohner der Menschensiedlungen zum Singen und Gedichtrezitieren, eine Artgrenzen überwindende Interaktion, die Verhaltensforscher vor Rätsel stellt.

Zuletzt wurden einige Weihnachtsmänner sogar beim ausgelassenen Schwofen, so scheint es zumindest, beobachtet. Sollte es sich bestätigen, dass die wildlebenden Weihnachtstiere über rhythmisches Empfinden verfügen, würde das Teile der Kognitionsforschung auf den Kopf stellen.

In einem Feldversuch werden deshalb derzeit zahlreiche Weihnachtsmänner mit „Wonderful X-mas Dance“ von Kaktus Klub beschallt, um mehr über dieses Thema zu erfahren. Das Lied gilt als besonders geeignet, weil es einerseits bei musikalischen Rezipienten jedweder Herkunft unweigerlich zu Tanzhandlungen führt, und andererseits durch seine Weihnachtsthematik speziell für die roten Racker als artgerecht angesehen wird.

Die Illustration oben zeigt einige Prachtexemplare der Weihnachtsgattung beim Abhotten, das Stück kann unter anderem hier gehört werden:

Tanzen, bis die Schlittenschellen schellen

Die Heilige Nacht wird wie am Perlenarmband laufen
Dank all der schönen Dinge, die wir uns wie immer kaufen

Ho-ho-ho, unsere neue Single ist da! Wir stellen vor:
Wonderful X-mas Dance (Santa House Christmas Craze Remix)

Sie kann ab heute bei allen Streaminganbietern gespielt oder geladen werden. Zum Beispiel bei Spotify, Apple Music, Amazon Music, Google Play oder Deezer.

Wenn es nach uns geht, dann ist der Heilige Abend eine astreine Partytime: In „Wonderful X-mas Dance“ geben knochentrockene Housebeats das Tempo vor, dazu jubilieren die Bläser: Hallelujah! Die wenigen kurzen Momente der Besinnlichkeit dienen als Anlauf, um bis zur Besinnungslosigkeit zu tanzen.

Die Melodien kommen Euch sicher bekannt vor, „Wonderful X-mas Time“ erschien vor zwei Jahren als ebenso lässiger wie konsumkritischer Feiertags-Hiphop, aus dem nur deshalb ein Weihnachtslied wird, weil der Producer die Schlittenschellen anknipst. „Wonderful X-mas Dance“ ist der „Santa House Christmas Craze Remix“, so der volle Name, von diesem Stück. Und auch hier gilt die sarkastische Devise: Die heilige Nacht ist nur so gut, wie du eingekauft hast.

Aber anstatt bloß das Tempo zu ändern und einen anderen Beat dazuzumischen, wie man es von vielen anderen Remixes kennt, haben wir das Stück glatt umgekrempelt: Der Refrain ist nun das Vorspiel, die Bläserüberleitung wird zur Hauptattraktion und macht aus dem Stück einen Discofeger. Dabei verschmelzen ganz aktuelle Synthesizer-Sounds mit 90er-Beats und einem Querflöten-Solo, wie man es in den 70ern erwartet hätte.

Unser Geschenk in diesem Jahr für Euch: Viel Spaß beim Tanzen!

So schön war das Oktoberfest

Gestern haben sich die Zapfhähne auf der Theresienwiese geschlossen. Und man muss sagen: Das war schön, wirklich schön, so schön. Jeder, der etwas anderes behauptet, ist schön nüchtern. Schöner ist eigentlich nur noch eins: Unser Video über die „Heimat“. Überzeugt Euch selbst.

Die komplette „Heimat“-Single erhaltet Ihr übrigens hier.

Unser neuester heißer Scheiß

Absolut Single Colddog

Bevor es vergessen wird: Wir empfehlen Euch dringend, unsere aktuelle Hiphop-Rock-Pop-Dampfhammer-Single „Absolut“ zu hören. Die ist krass. Und gibt einen Vorgeschmack auf unser kommendes Album, das den gleichen Titel tragen wird. Überall da, wo ihr sonst auch Musik herbekommt, zum Beispiel bei Spotify, Apple Music oder Amazon.

Oder in den Worten von Größeren:

  • „Das relevanteste Lied in diesem Internet“ – Sokrates
  • „Ich hab’ mir die Hacken platt getanzt“ – Margot Honecker
  • „So fett, der klingt sogar in Milch“ – Milky Way

Und für alle, die uns noch nicht kennen: Hier erfahrt Ihr alles, was Ihr über uns wissen wollt.

Facebook ist für Musik indiskutabel schlecht (Update)

screenshot_1348Vor ein paar Wochen haben wir Euch ja erklärt, warum wir keine Musikvideos mehr auf Facebook verbreiten. Die Kurzform: Der Sound ist so erbärmlich, dass eigentlich überhaupt niemand das nutzen sollte. Und Facebook interessiert sich nicht die Bohne für das Problem.

Dazu jetzt ein kleines Update: Ist alles immer noch so. Wir haben mal testhalber eine kleine Hörprobe von „Absolut“ als Film hochgeladen. Ergebnis: Ein blecherner, kaputtkomprimierter Sound wie aus einem billigen taiwanesischen Nervspielzeug. Wir lassen das Filmchen – mit einem Hinweis auf die Grottenqualität – fürs erste da stehen, schließlich erkennt man das Stück, stellenweise.

Aber das tut schon weh. Zum Vergleich könnt Ihr Euch ja den gleichen Film mal bei YouTube anhören. Oder halt wirklich: das Original beim Streaminganbieter Eures Vertrauens.

Ist das Eure neue Single? – Absolut, absolut!

Cover Absolut Single Perspektive.png

„Bist du nicht für mich, dann bist du gegen mich
Bist du nicht rechts, bist du wohl links“

Liebe Freunde, sie ist da: Unsere neue Single „Absolut“ kann ab heute auf allen Streaming-Services gespielt werden, zum Beispiel bei Spotify, Apple Music, Amazon, Google oder Napster. Oder, besser noch, zumindest für uns: Ladet sie Euch runter!

Ganz gleich, ob es um existenzielle Fragen geht („Gibt es ein Leben nach dem Tod?“) oder um Nebensächlichkeiten („Grillst du die Würstchen auf der Glut?“): Stets lautet die Antwort: „Absolut, absolut“. Öffentliche Debatte ist heute nur noch absolut Schwarz oder absolut Weiß – dazwischen gibt es nichts.

Daraus haben wir die knackscharfe Hiphop-Hymne „Absolut“ gemacht. Mit gewaltigen 80er-Jahre-Synthies und einem erdrückenden Rock-Refrain, dessen Melodie Euch nicht mehr loslassen wird. Kompromisslos ist das Snare-Drum-Ostinato, das Euch durch den gesamten Track prügelt, ätzend das Gitarrensolo, brachial der Höhepunkt, überraschend unversöhnlich der Schluss.

Die Single ist der Vorbote für das gleichnamige Album, das in der zweiten Jahreshälfte erscheinen soll. Und sie setzt den Ton: Beißender Sarkasmus, eigenständiger, oft elektronischer Sound.

Wir sind gespannt, wie Euch der Track gefällt! Und ganz wichtig für uns: Spread the word, wenn er Euch gefällt, empfehlt ihn weiter!

Es geht los.

screenshot_1303Now that’s what we call a wall of sound: Ein letzter Blick auf den Datensatz für unsere kommende Single. Yep, das wird recht massiv.

Und dann ab dafür, ans Label, von dort an den Vertrieb, von dort in alle Download- und Streaming-Stores. Und von dort in Eure Herzen. Oder sonstwo hin. Hauptsache, Euch gefällt das Stück mindestens ebenso gut wie uns.

Wir freuen uns riesig. Schon, weil alles danach aussieht, dass wir die Single wirklich wie versprochen in der ersten Jahreshälfte bei Euch haben. Und natürlich, weil sie der Vorbote für mehr ist: unser erstes volles Album.

Ist volkstümliche Musik primitiv?

„Ihr macht Volksmusik? Ernsthaft?“ Der Redebedarf war groß, als wir vor zweieinhalb Wochen unser Stück „Heimat“ veröffentlicht haben.

Die Antworten lauten natürlich: Ja. Und nein.

Aber wie das immer so ist, wenn wir eine Stilparodie machen: Je länger wir daran basteln, desto mehr finden wir uns in den Musikstil ein. Auch Musik, die wir vorher schrecklich fanden, liegt uns nachher am Herzen. Wobei wir an „Heimat“, hihi, nicht lange gebastelt haben.

Die Frage aus der Überschrift interessierte uns sehr. Oft stellt man ja fest, dass auch Stile, die auf den ersten Blick simpel erscheinen, tatsächlich komplexer sind, wenn man sich richtig damit befasst. Also, wie ist das mit volkstümlicher Musik: Ist die wirklich so primitiv, wie immer alle sagen?

Wir haben jetzt einschlägige Erfahrung und müssen sagen: ja. Wir haben „Heimat“ in rekordverdächtiger Zeit produziert. Weil einfach nicht mehr Arbeit nötig war. Nach eineinhalb Tagen saßen wir da, und haben überlegt: Müsste man hier noch verfeinern? Bräuchte es dort noch eine Wendung, die das Stück interessanter macht? Die Antwort war stets, nach reiflicher Überlegung (<4 Sekunden): Nö, dann wird’s zu kompliziert.

Dabei waren wir nicht einmal konsequent. In unserer Produktion verstecken sich ja doch ein paar Finessen, die sich im „echten“ volkstümlichen Schlager nirgends finden, weil Schlagerprofis nicht so einen Aufwand treiben – die wissen ja: es läuft auch ohne Mühe. Dass wir zum Beispiel das Begleit- und das Melodieregister des Akkordeons getrennt aufgenommen und in Stereo abgemischt haben. Dass wir ein echtes Akkordeon verwenden und nicht Keyboards, die so ähnlich klingen. Oder, o heiliger Sankt Rhythmus, die punktierte Hi-Hat im Schlagzeug. Klangintellektuelle Selbstbefriedigung ist das, wir bekennen uns schuldig.

Einen halben Tag extra haben wir noch in die Umarbeitung der Melodie gesteckt. Wir wollten sie noch einfacher haben als in der Urfassung des Tracks, die wir schon vor Jahren auf einem alten PC produziert haben – das Foto oben zeigt den Anschaltknopf des greisen Geräts.

Stellt man in Rechnung, dass volkstümliche Musiker andauernd sowas spielen, schätzen wir: In einem durchschnittlichen Volksmusik-Schlager steckt ein Tag Arbeit, mehr nicht. Dann muss wieder ein neues Stück vom Fließband plumpsen.