Als wir noch radioaktiv waren

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Irre, nicht wahr? Wir haben tatsächlich nochmal so ein altes Tape gefunden, mit dem wir in den 90ern unsere Musik aufgenommen haben. Auf dem Acht-Spurband haben wir damals – so roundabout 1996 – das Stück „Radioaktiv“ produziert, eine geradezu epische Geschichte über Leute, die zwanghaft Radio hören müssen. Echt jetzt. Das Stück ist dann später auf unserer Comedian-Ryhthmist-CD (siehe hier in unserer Diskografie) erschienen.

Süß auch: In der Box steckte auch der Spurbelegungsplan (oben), mit dem wir akribisch ausgetüftelt haben, welches Geräusch und welcher Gesang an welcher Stelle auf welche Spur aufgenommen werden muss – schließlich ist Platz auf so einem Band eine knappe Ressource. Und ein Mischplan (unten), in dem drinsteht, an welchen stellen beim Überspielen aufs Masterband die Regler verändert werden müssen, ist auch dabei. Ein Mischpult, das sowas automatisch macht, konnten wir uns damals nicht leisten. (Heute auch nicht, aber weil Computer das genauso gut und viel billiger können, ist das nicht mehr schlimm.)

Zwei unerhörte Songs!

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Es gibt sie wirklich. Wir haben unsere verschollenen ersten Tapes wiederentdeckt, hinten links im Bernsteinzimmer. Ein schweres, analoges 16-Spur-Band, auf dem wir unsere ersten beiden Studioproduktionen gemacht haben, 1994 und 1995, auf einer Teac-Bandmaschine.

Die Songs sind acappella, für den einen haben wir nur 8 Spuren gebraucht, für den anderen 6, so passen beide nebeneinander drauf. Tapes waren teuer!

Damals nannten wir uns noch „Comedian Rhythmists“. Die Aufnahmen fanden wir ganz schön aufregend, das hat uns diebischen Spaß gemacht. Dennoch werdet Ihr diese Produktionen nie zu hören bekommen, sorry. Denn nichts davon würden wir heute genauso machen. Das sagen wir völlig frei von Bitterkeit: Ist doch schön, wenn man dazulernt.

Insofern gut, dass wir das Band wiedergefunden haben. So kann es niemand leaken und als Bootleg herausbringen – nicht auszudenken.

Helau. Geschenkt.

Krass, angeblich ist erst jetzt Karneval. Rosenmontag und so was. Dabei hätten wir schwören können, die närrische Zeit hat das ganze vergangene Jahr  nicht aufgehört.

Egal. Wir haben ja ein Herz für Karnevalisten, obwohl wir selbst nicht viel Zeit mit diesem Hobby verbringen. Unsere ersten Auftritte waren im Karneval, bei den „Bunten Abenden“ in Ebern. Da durften wir experimentieren und Bühnenluft schnuppern. Wir sind zwar nie echte Karnevalisten geworden, also Leute, denen am 11.11. ganz unwillkürlich eine rote Nase wächst. Aber die echten Karnevalisten waren immer gut zu uns.

So kommt es, dass es in unserem Repertoire eine Karnevalsnummer gibt: „Hip Hop Helau“, erstmals aufgeführt 1994. Auch das spricht für die Leute auf den „Bunten Abenden“: Im Text dieses Stücks machen wir dauernd Witze auf Kosten der Karnevalisten, und die haben sich darüber köstlich amüsiert.

Dieses Stück werden wir Euch heute einfach schenken. Ja, schenken. Es ist eine Live-Aufnahme. Ganz genau kriegen wir sie nicht mehr zugeordnet, aber sie müsste vom Eberner Altstadtfest anno domini 1997 sein. Also mitten im Sommer, was die These vom immerwährenden Karneval stützt. Erschienen ist die Aufnahme Ende 1998, auf unserer CD „Kaktus“ – damals nannten wir uns noch Comedian Rhythmists.

Diese Aufnahme haben wir schon im vergangenen Jahr zu Karneval hier eingestellt. Da aber konntet Ihr sie nur anhören. Diesmal könnt Ihr sie bei Soundcloud auch einfach runterladen – Ihr kriegt sie also wirklich geschenkt.

Dazu müsst Ihr nur zu dem Stück auf Soundcloud gehen und dort das Menü suchen, das mit drei Punkten gekennzeichnet ist. Klickt Ihr darauf, wird die Funktion „Herunterladen“ angeboten.

Und Ihr müsst hinterher Euren Freunden erzählen, dass wir die coolste Karnevalsband in allen dem Menschen bekannten Dimensionen sind. Ob Ihr das macht, können wir freilich nicht nachprüfen. In diesem Sinne: Viel Spaß damit.

Werkschau bei iTunes

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„Rebell“ kann endlich bestellt werden – und so sieht unsere Werkübersicht bei iTunes aus. Eigentlich ganz hübsch, wie wir finden. Wobei Ihr mit „Rebell“ dreimal so viele Tracks bekommt wie mit den vorigen Singles zusammen. Plus den Bonus für Frühbesteller, eine Liveaufnahme, die es nirgendwo sonst mehr geben wird: „Kaktus-Blues“.

Ihr ahnt es schon: Am besten, Ihr kauft gleich alles.

Der Skandal mit den Fotos

Wir haben uns nie getraut, es anzusprechen: Seit etwa einem Jahr gibt es diese Seite, und genau so lange mogeln wir uns mit Bandfotos von Anno Dazumal durch, aus einer Zeit, als wir noch die „Comedian Rhythmists“ waren. Das an sich wäre nicht schlimm, die Fotos sind hübsch. Aber sie haben einen großen Nachteil: Sie zeigen uns nicht vollständig. Ein Skandal.

Denn seit wir unter dem Namen „Kaktus Klub“ Musik machen, sind wir zu viert. Neu im Bunde ist Andreas Voigt. Der hat zwar schon früher bei den meisten unserer Live-Auftritte den Sound abgemischt und so manches musikalische Desaster verhindert. Auf der Bühne standen wir aber zu dritt, sodass er nie offiziell zur Band gehörte.

Jetzt, wo wir nur noch Studiomusik machen, sieht das anders aus. Andi ist der Sound-Mann, der Hardware-Mann und derjenige, der dafür sorgt, dass wir sauber singen und spielen. Zum Aufnehmen treffen wir uns bei ihm zu Hause, spinnen mit ihm gemeinsam herum, bis daraus Songs werden. Damit ist er Mitkomponist, Ideengeber, Textkritiker undwasnichtnochalles. Kurz: Er gehört zur Band, volle Kanne. Und auf unseren neuen Bandfotos kann man das endlich auch sehen.

Fotos: Helmut Lang. Montage: Special K.

Keine Spanner, bitte!

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Da standen wir, im Mai vergangenen Jahres, und hatten keine irischen Tänzer. Nicht einmal einen. Wir hatten gerade die ersten Aufnahmen für „Wonderful X-mas Time“ fertig, weitere sollten im Oktober folgen. Und hatten noch ein komplett neues Lied begonnen. Der Titel wird noch nicht verraten, denn das wird das Titelstück unseres kommenden Mini-Albums.

Jedenfalls: Eigentlich lief es gut. Off Topic hatte eine Melodie angeschleppt, und überhaupt die Idee, irischen Folkrock zu spielen. Über Nacht hatten wir einen Text erarbeitet, Helmut hatte über Stunden ein total ohrwurmiges Gitarrenriff entwickelt, das passgenau nach irischer Folklore und Rock klingt. Später fiel uns sogar ein Refrain ein, in dem alles drinsteckt. Und dann hatten wir da noch diese Idee: „Cool wäre es, wenn jetzt jemand irisch dazu tanzt. So wie bei Michael Flatley.“ Kennt man ja, diese typisch irische Kombination aus Steppen und Holzschuhtanz (mein Gott, hoffentlich liest diese Beschreibung niemand, der sich damit auskennt).

Hübsche Idee, aber wie sollte man das umsetzen? Von uns kann niemand so tanzen, nicht mal J. Low, der immerhin zwei Semester in Irland studiert hat. Eigentlich ging es ja nur um den Rhythmus, wie wir dabei aussehen, ist wurscht. Doch auch dieser Gedanke half nicht weiter. Um den Rhythmus einfach nur mit Schuhen auf den Boden zu kloppen, waren die Schuhe zu schwer. Am Ende nahmen wir stundenlang auf, wie Off Topic mit seinen Schuhspannern das Parkett verdrischt – siehe Foto. Rhythmisch, aber ja. Nur klang das nicht ansatzweise wie ein irischer Tänzer. Eher wie … zwei Schuhspanner. Da half auch keine Soundtrickserei.

Fast hätten wir die schöne Idee wieder begraben. Inzwischen aber haben wir eine Lösung gefunden. Ein total unerwartetes Soloinstrument, die Aufnahme ist schon im Kasten. Und tatsächlich tanzt da auch jemand. Mehr können wir noch nicht verraten, solange das Stück nicht fertig ist. Dauert aber nicht mehr lange, wir freuen uns schon. Vor allem, weil wir auf das Schuhspanner-Solo verzichten können.

Kurz zu hören, dann nie wieder

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Was bastelt Ihr eigentlich gerade? Unsere Ankündigung einer digitalen EP mit vier neuen Songs gibt darauf keine Antwort, die wirklich konkret wäre. Zwar haben wir schon mal kurz den Einstieg in den Titelsong hier angespielt, aber erstens ist der nicht fertig, zweitens sind drei Sekunden eigentlich ein Witz. Und selbst wenn Euch die paar Takte einen Eindruck von dem Song gäben, wüsstet Ihr noch gar nichts über den Rest, denn die EP wird musikalisch so vielfältig werden wie bei anderen Bands das Best-of-Album.

Nun denn, wir haben da was für Euch.

Ein Track der EP wird nämlich all unseren langjährigen Fans bekannt vorkommen: „Give Up“, eines unserer ersten Stücke überhaupt, bereiten wir in völlig neuem Sound vor. Das Stück ist schon im A-cappella-Original ein Midtempo Rap im mit funky Achtziger-Jahre-Tomdrums – bereits retro, als wir es geschrieben haben. Von „Give Up“ wird es ein komplettes Neuarrangement geben, mit Gitarre, Bass, Fender Rhodes, Piano und Percussion. Nur das Schlagzeug ist weiter eine mundgemachte Imitation von Matthias, und die Wah-wah-Gitarre.

Heute zeigen wir Euch eine alte A-cappella-Version davon aus den Neunzigern, Ihr könnt sie oben direkt abspielen. Jahrelang hatte die Nummer einen festen Platz in unserem Bühnenprogramm, und so kommt es, dass wir auf unserer CD von 1998 eine Studiofassung präsentiert haben. Das ist die Aufnahme, die Ihr hier hören könnt, eingespielt mit  den wunderbaren Background-Sängerinnen Kerstin Fischer und Simone Seidel; Tobias Wegschaider traktiert eine echte Cowbell; am Schluss jammen außerdem ein paar Freunde von uns mit (hier findet Ihr die komplette Besetzungsliste). Für Feinschmecker: Die Aufnahme haben wir noch analog gemacht, auf einer Acht-Spur-Maschine von Teac.

In der neuen Version werden wir übrigens ein paar Gesangsspuren, die Cowbell und auch die Drums wiederverwenden, allerdings klanglich aufpoliert. Das heißt auch, dass sich an dem schwer spätpubertären Text nichts ändert – wir fühlen uns plötzlich verdammt jung damit.

Das ist ein exklusiver Einblick in unser Work-in-progress, wir haben uns schon ein bisschen überwinden müssen. Deshalb wird dieser Track nur für eine Woche abspielbar sein, danach verschwindet er wieder in unseren Archiven – flott reinhören lohnt sich also. Wenn unsere EP erscheint, dann soll die instrumentierte Fassung die letztgültige Version sein. Viel Spaß beim Anhören!

Update 08.04.2016: So, nun ist das Stück wieder offline. Ihr kommt zu spät? Dann müsst Ihr auf unsere instrumentierte Fassung warten. Die bleibt dann auch dauerhaft erhältlich.

Hip Hop Helau

Zum Karneval haben wir, ehrlich gesagt, ein zwiespältiges Verhältnis. Einerseits gehören wir nicht zu den Leuten, die jeden Witz gern mit einem Tusch markieren. Wer einen verpasst, muss halt den nächsten nehmen, wir machen ja genug.

Andererseits hatten wir unsere allerersten Auftritte – mit jeweils zwei Liedern – bei den Bunten Abenden der Eberner Karnevalisten, damals in den Mittneunzigern. Und dafür, dass wir uns dort ausprobieren durften, sind wir den Närinnen und Narren ehrlich dankbar. Zwar konnte niemand von denen unseren damaligen Bandnamen – Comedian Rhythmists – korrekt aussprechen, vor allem wenn unser Auftritt in der zweiten Hälfte des Abends lag. Aber das hat den Spaß eigentlich eher vergrößert.

Das ist die Vorgeschichte zu der Aufnahme, die wir Euch hier und heute schenken: „Hip Hop Helau“. Nur falls sich jemand wundert, wie wir zu einem waschechten Faschingsrap kommen.

Das Stück haben wir für einen unserer Karnevalsauftritte geschrieben, diese Liveaufnahme entstand aber Jahre später bei einem Open-Air-Konzert im Eberner Rathaushof, schätzungsweise 1997. Alles live, ohne Instrumente und ohne Tricks in der Nachbearbeitung. Sie ist auf unserer CD „Kaktus“ von 1998 erschienen. Da die aber nicht mehr ohne weiteres erhältlich ist (mehr Infos in unserer Diskografie), könnt Ihr den Track hier anhören, in voller Länge.

Sollte auch für Leute o.k. sein, die nicht in diesen Tagen dringend mal nach Köln oder Mainz müssen. Darauf ein dreifach donnerndes: Helau!